Mobile Marketing
Werbung auf dem Smartphone
Von Sandra Fösken
Zwar ist eine beachtliche Zahl an Smartphones im Besitz deutscher Verbraucher- nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Comscore mehr als 15 Millionen Smartphones, dazu kommt eine steigende Verbreitung von Tablet-PCs. Wachsende Bandbreiten und sinkende Tarife machen die neue Mobilität massentauglich. Doch Mobile Advertising macht Schätzungen zufolge aktuell nur zwei bis drei Prozent des 5,35 Milliarden Euro schweren Onlinewerbemarktes aus. Das ist im Vergleich zu anderen Ländern Peanuts.
Eine Umfrage unter 1000 Konsumenten von Lightspeed Research im Auftrag von „Mobile Zeitgeist“ im Mai 2011 zeigt, dass etwas weniger als die Hälfte mit ihrem Handy im Internet surft. Ein Viertel der Umfrageteilnehmer hat eine Applikation auf ihr Mobiltelefon geladen. Einer von zehn Befragten nutzt Rabattangebote, Coupons oder andere Discountangebote. Ähnlich gering fallen die Zahlen bei der Teilnahme an Treue- und Clubprogrammen (15 Prozent) und Zahlungen über das Handy (16 Prozent) aus.
Erfolgreicher ist das SMS-Marketing: Bei der Nutzungshäufigkeit ist nach dem Telefonieren immer noch die Kurznachricht am wichtigsten. 30 Prozent der Befragten gaben an, einem Händler oder einem Markenunternehmen die Erlaubnis gegeben zu haben, SMS an sie verschicken zu dürfen. Auf Werbeanzeigen auf dem Handy klicken jedoch wiederum nur 13 Prozent der Befragten. Ein ähnliches Bild skizziert die Mobile Monitor-Studie 2011 des Marktforschungsinstitutes Goldmedia Custom Research: Die Wahrnehmung von Werbeeinblendungen im mobilen Internet ist bislang eher gering. Nur etwa die Hälfte von über 1000 befragten Smartphone-Besitzern hat angegeben, diese Werbung überhaupt bemerkt zu haben. Davon sind immerhin mehr als zwei Drittel noch keinem einzigen Werbelink gefolgt.
Werbungtreibende Unternehmen haben also noch viel zu tun, Verbraucher davon zu überzeugen, dass ihnen Werbung auf Smartphones und Tablet-PCs einen Mehrwert bietet. So lehnen die Deutschen Werbung auf ihrem Mobiltelefon stärker ab als andere Nationen. „Diese Ablehnung ist nachvollziehbar – Mobile Banner sind klein, schnell weggeschoben und stehen außerdem meist nicht im richtigen Kontext“, bestätigt André Reif, Geschäftsführer der Mobile Couponinig-Plattform MyMobai. Er wirbt für standortbezogene Werbung, die als Gutschein verpackt, bessere Resonanz erzielt. Vor allem für regionale Produkte und Anbieter entsteht eine große Chance, zielgerechte regionale Werbung zu verbreiten – etwa Rabatte und Aktionen von Cafés, Restaurants, Dienstleister und dem Handel.
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