Social Web
Twitter im Marketing. Wie Unternehmen den neuen Dienst nutzen können
von Anja Sommer
Die spektakuläre Notlandung eines Airbus im Hudson River, die zuerst von Twitter gemeldet wurde, oder die Nutzung der Internetkurznachrichten als Instrument des Widerstands gegen den Wahlbetrug im Iran haben auch dem Letzten klar gemacht: Das noch vor kurzem belächelte „Gezwitscher“ transportiert nicht nur Privates und Banales, sondern die Mikrobotschaften können politische Relevanz haben. Aus Protest gegen den Ausgang der Präsidentschaftswahlen und als Zeichen der Unterstützung im Kampf um mehr Demokratie färben Twitterer weltweit aus Solidarität ihr Profil grün ein.
Rasantes Wachstum, auch in Deutschland
Der Hype schwappt allmählich auch nach Deutschland. So neu ist diese Plattform nicht; sie wurde bereits im März 2006 in San Francisco von Jack Dorsey, Biz Stone und Evan Williams gegründet. Zunächst als interner Nachrichtendienst für die Mitarbeiter der Firma Odeo, doch noch im selben Jahr wurde Twitter als Produkt der Firma Obvios der Öffentlichkeit vorgestellt. 2007 gewinnt Twitter den South by Southwest Web Award in der Kategorie Blog. Bei der Verleihung auf dem South by Southwest Musikfestival kann Twitter einem sehr großen Publikum als trendiger und innovativer Webdienst vorgestellt werden.
Wahl- und PR-Kampagnen von Politikern und Celebrities in den USA tun das Übrige, um Twitter zu weiterer Popularität zu verhelfen. Der amerikanische Schauspieler Ashton Kutcher hat es mit aktuell über 3 Millionen Followers zu einem der erfolgreichsten Twitterer gebracht. Im März 2008 wird Twitter in Japan unter twicco.jp gelauncht und dort werden, anders als in den USA, Banner vermarktet, um Werbeerlöse zu erzielen. Das lässt ahnen, dass es auch für die anderen Länder ein Geschäftsmodell gibt, das die eingesetzten Millionen Venture Capital mit einer Rendite vergolden wird.
Soweit ist es in Deutschland aber noch nicht. Im Gegensatz zu den USA sind die Registrierungen in Deutschland überschaubar. Weltweit werden sie laut Wall Street Journal auf 32 Millionen geschätzt, die aktiven deutschsprachigen Accounts werden im Juli 2009 von den „webevangelisten.de“ mit etwa 145 000 ausgewiesen. Das ist ein enormer Zuwachs von 38 Prozent zum Vormonat mit etwa 105 000 Accounts. Zählt man noch die hinzu, die sich nur passiv registriert haben, sind es 180 000.
Passiv meint, dass in den letzten 30 Tagen nicht selbst getwittert wurde. Der Trend geht also eindeutig nach oben. Das zeigen auch die Analysen der Marktforscher von Nielsen, denn im Juni 2009 hatte Twitter.com 1,8 Millionen Nettonutzer, die die Site mindestens einmal im Monat angeklickt haben. Gegenüber April 2009 ist das eine satte Verdoppelung.
Der Einstieg ist denkbar einfach
Wie nutzt man nun die Social Community Twitter, wenn man damit als Unternehmen kommerzielle Ziele verfolgt? Für alle die noch nicht genau wissen, wie das funktio-niert, hier das Wichtigste in Kürze: Die Registrierung ist schnell, einfach und kostenlos, per Internet, Instant Messenger oder vom Handy aus. Man kann selber Nachrichten, sogenannte Tweets oder Updates schreiben, oder die der anderen Nutzer lesen, falls diese nicht die angebotene, aber wenig genutzte Schutzfunktion „Protect my Tweets“ verwenden und dann nicht mehr öffentlich angezeigt werden.
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