31.08.2006

Promotion

Sprachgewandt werben

Marketeers können Marketingaktionen heute ganz anders planen: Sprachdialogsysteme verbreiten Gewinnspiele, binden Kunden und vergeben den Promi-Bonus auch an Alltagspodukte.

Vor allem weibliche Fans konnten kaum vom Handy lassen: „Einige junge Damen riefen bis zu zwölf mal täglich die Hotlinenummer von Lukas Podolski an“, erinnert sich Oliver Hirzmann, Sales Manager der VoiceObjects AG in Bergisch Gladbach. Dabei war Poldi gar nicht selber am Apparat, sondern hatte seine Stimme nur einem Sprachcomputer geliehen. „Das Beispiel zeigt, wie gut sich Emotionen über ein Sprachdialogsystem stimulieren lassen“, betont Hirzmann, der das Projekt mit realisierte: „Das ist für Agenturen und Werbungstreibende eine neue Qualität in der Kundenbindung.“

Der 1. FC Köln nutzte Podolskis Popularität für eine Marketingkampagne. Ziel: Über diesen Weg Namen und Telefonnummern für neue Dauerkartenkäufer und Vereinsmitglieder zu generieren. 68 verschiedene Dialogparts, so genannte Prompts, musste die Nr. 10 der Geißböcke im Tonstudio aufnehmen, um für ein Gewinnspiel als authentischer und lebendiger Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen. Zu gewinnen gab es neben Dauerkarten und einer Reihe anderer attraktiver Preise aus dem Merchandising des 1. FC Köln auch ein Essen mit dem Stürmer. Um die Aktion publik zu machen, kooperierte der Fußballclub mit den lokalen McDonalds-Restaurants: Die Einladung zum Gewinnspiel plus Telefonnummer fanden die Fans auf den Tablettsets.

"Unternehmen sollten Sprachdialoganwendungen als zusätzlichen Kanal für ihre Marketingaktivitäten nutzen“, rät Florian Gäng, VUI-Consultant bei voiceandvision im niederländischen Maastricht. Er sieht darin vier Vorteile: 1. Sprache transportiert nicht nur Inhalte, sondern auch Emotionen. 2. Durch den Einsatz prominenter Stimmen lässt sich die Wertigkeit des Produkts steigern. 3. Die Konsumenten setzen sich aktiv mit der Produktbotschaft auseinander. 4. Sprachanwendungen eignen sich hervorragend fürs Mobile Marketing.

„Derzeit setzen noch relativ wenige Firmen Sprachdialogsysteme für Marketingaktionen ein“, berichtet Gäng, „deshalb erzielen Unternehmen damit einen besonders hohen Aufmerksamkeitswert.“ Grundvoraussetzung für den Erfolg: Unternehmen müssen die Telefonnummer bei den Konsumenten bekannt machen. Gäng empfiehlt deshalb, Sprachanwendungen in eine cross-mediale Kampagne einzubinden und die Rufnummer mit Aktionen im Handel, Anzeigenkampagnen, Radiowerbung oder TVSpots zu verbinden. Besonders gute Möglichkeiten haben Firmen, die bereits per Sprachdialogsystem mit ihren Kunden kommunizieren.

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