25.02.2009

Soziale Medien

Müssen Marken „twittern“?

Das Medium ist jung. Und von müssen ist keine Rede. Allerdings sollten Marketer die neuen Kommunikationsdienste auf dem Radar haben. Und dort, wo sich Chancen abzeichnen, auch Erfahrungen sammeln.
Ist die Zeit reif, mitzuzwitschern?
Ist die Zeit reif, mitzuzwitschern?

Von Irmtrud Munkelt



Die University of Massachusetts und Dartmouth beschäftigt sich in einer Langzeitstudie mit der Frage, wie die 500 am schnellsten wachsenden US-Firmen Soziale Medien einsetzen. Das Ergebnis gleich vorweg: Junge und aufstrebende Unternehmen setzen Blogs, Twitter & Co stärker ein, als es die traditionellen Fortune 500 Firmen tun.

Das an sich muss nicht überraschen. Bemerkenswert ist das Tempo, mit dem sie die neuen Kommunikationsformen in ihre Geschäftsabläufe integrieren: Hatten 2007 acht Prozent der Fortune 500 Corporate Blogs, waren es bei den am schnellsten wachsenden Unternehmen, den Inc. 500 des Inc. Magazine, bereits 19 Prozent. Unterhielten im Jahr 2008 11,6 Prozent der Fortune 500 einen „Public Blog“, blogten bei den Inc. 500 schon 39 Prozent für die Öffentlichkeit.

„Wer keine Sozialen Medien nutzt, verspielt die Chancen und Möglichkeiten, die diese Medien bieten“, blickt Professor Schildhauer, Direktor des Institute of Electronic Business Berlin (IEB), auf die Zugkraft der Dienste, die scheinbar spielerisch erlauben, Meinungen zu äußern und sich mit Dritten auszutauschen.

„Heute sind Konsumenten nicht länger passive Betrachter, sondern vermehrt aktive Mitgestalter. Da sind neue, interaktive und äußerst vernetzte Denk- und Handlungsweisen gefragt“, schreibt auch Felix Holzapfel von Conceptbakery ins Pflichtenheft der Unternehmen. Die deutsch-amerikanische Agentur versteht sich als Pionier und Trendsetter im Bereich alternativer Marketingstrategien und erklärte gerade 2009 zum Jahr der Sozialen Medien.

Die meisten nutzen mehrere Dienste parallel
Die gefühlte Akzeptanz auf Verbraucherseite belegt eine Studie der Augsburger Beratung Convios Consulting mit Zahlen: Nach ihrem Kommunikationsverhalten befragt, antworten immerhin 580 von 1000 Internet-Nutzer ab 16 Jahren, auf Plattformen wie StudiVZ, Stayfriends, Facebook oder Xing aktiv zu sein. Die meisten nutzen mehrere Dienste parallel, 76 Prozent haben zwei oder mehr E-Mail-Adressen und 43 Prozent pflegen mehr als ein Profil in sozialen Netzwerken.

Hinweise, die dafür sprechen, soziale Gemeinschaften auf ihre Marketingrelevanz hin zu prüfen und sich auch einzuschalten, gibt es genug. Mit ihrer Studie „Brands in Social Media2“ unternahm der Bundesverband Digitale Wirtschaft erst jüngst den Versuch, mit Hilfe einer Crawler- und Klassifizierungstechnologie Meinungsäußerungen in Weblogs, Foren, Microblogging Diensten, Social Networks und auf Videoplattformen zu untersuchen und authentische Nutzeräußerungen zu 550 Marken zu klassifizieren.

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