10.06.2011

Suchmaschinen-Marketing

Googles „Panda“ Update – Fluch oder Segen?

Richard Maier
Richard Maier
Suchmaschinenbetreiber Google hat seinen Algorithmus überarbeitet und damit begonnen, das Update mit dem Namen „Panda“ einzuführen. Künftig werden Websites stärker auf qualitativ hochwertige Inhalte untersucht und sogenannte „Content-Farmen“ abgestraft. „Qualität“ ist zwar ein dehnbarer Begriff, doch die Algorithmen folgen strikten Anweisungen. Dadurch ist die Grenze zwischen hoher und niedriger Qualität genau definiert und kann zu Zwecken der Suchmaschinenoptimierung verwendet werden.

von Richard Maier, Seosmart

Ende Februar war es wieder einmal soweit: Google launchte ein Update für seinen Algorithmus. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, versucht der Suchmaschinenprimus doch ständig, seinen Algorithmus zu verbessern, um seine User mit besseren Suchergebnissen versorgen zu können. Nicht so bei diesem Update. Das „Panda“ oder „Farmer“ Update, wie es kurz danach bezeichnet werden sollte, schlug binnen kürzester Zeit hohe Wellen.

Zunächst wurde das Update lediglich in die US-amerikanische Suche eingespielt und betraf dort rund zwölf Prozent der von Google ausgelieferten Suchergebnisse – wie Matt Cutts in einem Blogbeitrag mitteilte. Die Ambitionen, die Google damit verfolgen wollte und will, sind durchaus löblich: Webseiten niedriger Qualität sollen abgestraft werden. Die Rede ist von Seiten, die über keine nützlichen Inhalte verfügen und den Usern keinen Mehrwert bieten oder etwa aus dem Netz zusammenkopierte Inhalte verwenden – sogenannte Content Farmen; daher auch der Name. Gleichzeitig sollen qualitativ wertvolle Seiten aufgewertet werden und ein besseres Ranking zugesprochen bekommen.

Vom Prinzip her also wirklich eine gute Sache, wäre da nicht das Problem, dass „Qualität“ ein sehr dehnbarer und subjektiver Begriff ist. Dürfte bei eindeutigen Spam und MFA (Made For AdSense) Seiten noch jeder damit einverstanden sein, dass die Qualität fehlt, ist die Grenze bei anderen Seiten schon nicht mehr so eindeutig. Rein theoretisch könnte beispielsweise auch eine Content Farm für den User einen Mehrwert darstellen – und somit auch qualitativ wertvoll sein –, sofern sie ihm die relevantesten Inhalte schnell und zentral zugänglich macht.

In den USA wurden in diesem Sinne auch schnell Fälle bekannt, bei denen Seiten nach weitläufiger Meinung völlig zu Unrecht abgestraft wurden. Andere Seiten hingegen, die es verdient hätten, wurden verschont. Kollateralschäden, die beim Einsatz eines maschinellen Algorithmus dieser Reichwerte auftreten. Doch genau in dieser Tatsache verbirgt sich die Chance für die Suchmaschinenoptimierung (SEO): Rankings werden nach wie vor von Algorithmen berechnet, welche strikten Anweisungen folgen. Anders als für Menschen, ist für sie die Grenze zwischen hoher und niedriger Qualität eindeutig und kann somit auch genau definiert und zu SEO-Zwecken verwendet werden.

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