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Zurück zum Wesen der Kommunikation
Die Medienwissenschaft der letzten 40 bis 50 Jahre lenkt uns von einer Tatsache ab: Seit Menschen die Fähigkeit haben, zu sprechen, kommunizieren sie unverändert. Die Clan-Mitglieder am Feuer, die Jäger auf der Pirsch, die Handwerker bei der Arbeit, Liebespaare in inniger Zweisamkeit, Nachbarn am Gartenzaun, Kumpels in der Kneipe, Verkäufer im Laden oder Top-Manager am Handy - sie alle verhalten sich gleich. Das Wesen und die Ausprägung von Kommunikation entspringt unserer 100 000-jährigen Menschheitsgeschichte.
Kommunikation bedeutet, eine gemeinsame Sprache zu finden
In den letzten 40 bis 50 Jahren stand die Massenkommunikation, eine einseitige Kommunikationsform vom so genannten Sender zum so genannten Empfänger, im Zentrum des Interesses. Inzwischen beobachten wir, dass die Kommunikationsmaßnahmen weniger wirken und die vorherrschenden Erklärungsansätze nicht mehr genügen. Ein sehr einfacher Weg, das Wesen der Kommunikation zu begreifen, ist das so genannte Tangramexperiment. Beim Tangram legen Spieler aus sieben geometrischen Steinen Figuren. Unser Experiment ist ein gutes Stück einfacher: Der erste Teilnehmer kennt bereits die Lösung. Er hat eine Lösungsskizze oder die fertige Figur vor sich liegen und versucht nun, dem zweiten Teilnehmer zu beschreiben, wie dieser die Steine anordnen muss. Nummer eins kann allerdings nicht sehen, was Nummer zwei gerade macht. Wer je im technischen Telefonsupport gearbeitet hat, kennt die Situation.
Aber zu welchen Erkennnissen führt das Zusammenfügen von Steinen? Nun, probieren Sie es aus. Mit 100-prozentiger Garantie erleben Sie, dass derjenige, der die Steine legen soll, mit zunehmender Zeit und mit zunehmenden Misserfolg eine wichtige Rolle übernehmen wird. Eigentlich sollte er doch nur zuhören und die Anweisungen ausführen. Häufig übernimmt er durch ständiges Rückfragen und Rückversichern sogar die Gesprächsführung. Auch werden Sie erleben, dass beide Gesprächsteilnehmer beginnen, die Begriffe für die geometrischen Formen neu zu definieren und abzusichern, obwohl wir doch vermuten sollten, dass 'Dreieck', 'Quadrat', 'rechter Winkel', 'waagerecht', 'senkrecht' und ähnliche Begriffe seit der Grundschule zum Grundwissen gehören.
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