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20.02.2003

GM ging voran, Ford und Chrysler folgten. Der First Mover-Vorteil für GM war ein unglaublicher Marktanteilsgewinn von zwei Prozent im September 2001! Als Reaktion darauf gingen manche japanischen Hersteller noch weiter. Sie boten zusätzlich eine Upfront-Cash-Prämie. Diese „Abnahmeprämie“ gibt es in Deutschland zwar auch, für gewöhnlich aber nur unter der Hand: vom Versicherungsvertreter beim Abschluss einer Lebensversicherung. Die Idee ist bei weitem nicht auf Autos beschränkt. So bietet die Optiker-Kette Lenscrafters an, Brillen erst nach 6 Monaten zu bezahlen: „6 months same as cash“. Bei anderen Produkten wird die erste Rate erst in einem halben Jahr fällig. „Wünsche heute erfüllen, morgen zahlen“ ist das gemeinsame Motto dieser Finanzierungsinnovationen, die auch in Deutschland zunehmen.

Family Plans
Amerikanische Telekommunikations-Anbieter liefern hierfür ein gutes Beispiel. Kinder und Jugendliche stellen insbesondere im Mobilfunk und Internet eines der kommunikationsfreudigsten Segmente dar. Die eigenen finanziellen Mittel sind dagegen meist noch begrenzt. Family-Plans bieten den Anbietern Forderungssicherheit, den Eltern mobile Erreichbarkeit ihrer Kinder und den Kids Zugang zur Kommunikationswelt. Quasi eine Win-Win-Win-Situation. „Buy 1 get up to 3 free Nokias“ ist beispielsweise der Einstieg zum Family Share Plan von Verizon. Die ganze Familie telefoniert auf eine Rechnung. Der Anbieter bekommt mehr und sichereren Umsatz. Auch wenn dieses Instrument stark auf die in den USA bedeutendere Schulden-Problematik abzielt, spricht nichts gegen eine Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse.

Coupons
Die Idee ist die gleiche wie bei der altbekannten Rabattmarke - sie wird aber intelligenter und umfassender eingesetzt: Allein in den USA gibt es 240 Milliarden Coupons (asw, 9/2002, S. 63). So bietet die Supermarktkette Star/Shaw´s auf der Rückseite ihrer Kassenbons - teilweise individualisierte - Coupons an. Aufgrund bestehender Kundendaten werden spezifische Angebote gemacht: sowohl für Produkte des Supermarktes als auch für Leistungen anderer Anbieter. Während klassische Rabattmarken eher auf sehr preisbewusste Gruppen zielen, lässt die intelligente Verbindung von Kundendaten und Angeboten auch kaufkraftstärkere Segmente erreichen. Was spricht dagegen, beispielsweise beruflich Vielfliegenden und gleichzeitig privat Vielfahrerenden - speziell Wochenendpendlern - gezielt und kurzfristig Restplatz-Angebote zu machen? Beispielsweise 50 € Rabatt für „Umsteiger“ vom Auto auf das Flugzeug. Intelligent eingesetzte „Rabattmarken“ halten das Preisgefüge konstant, steigern jedoch die Auslastung und damit den Gewinn.

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