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08.05.2009

Nie gibt es Ruhe und selten eine Abwechslung, die diesen Namen auch verdient. Meistens wird auch die private Zeit, selbst der Urlaub, für Belange des Berufes verwendet. Arbeitssüchtige Menschen sind daher am meisten gefährdet und so ist es vor der äußeren Welt vor allem die innere Welt, die zu Arbeitssucht und Burnout führen. Ob dies das Gefühl der Minderwertigkeit ist, die in Geltungssucht umschlägt oder das tiefe Gefühl der Sinnlosigkeit, oft sind es seelische Ursachen, die zu körperlichen Erkrankungen führen. Für die klare und oft harte Welt des Managements sind dies jedoch Zusammenhänge und Themen, die in ihrer Bedeutung weder wahrgenommen noch geschätzt werden. Letztlich werden in einer neurotischen Welt auch die darin handelnden Personen zu Neurotikern. Hier liegen die ersten Schritte der Prävention und Therapie.

Nur Stress oder schon Burnout?
Beide Begriffe und deren Bedeutung werden gerne miteinan-der verwechselt. Stress ist ein normaler Mechanismus des menschlichen Körpers, ohne den unsere Vorfahren nicht überlebt hätten und wir nicht geboren worden wären. Dies gilt übrigens für Dystress ebenso wie für Eustress. Zwischen beiden wird ja gerne mit den Werten „schlechter“ und „guter“ Stress unterschieden. Für den Körper ist es erst einmal das gleiche, nicht aber für unser Befinden, dass dann als unangenehm oder angenehm empfunden wird. Hier kommen wir aber auch zum Burnout als Krankheit, denn ganz gleich ob Dystress oder Eustress, beide führen über einen zu langen Zeitraum zum Burnout, wenn bei dieser Anspannung zu wenig Zeit für Entspannung bleibt, was bei Führungskräften wohl die Regel sein dürfte.

Der Eustress führt eher über die körperliche und der Dystress über die seelische Erschöpfung letztlich zum Burnout. Dieser Zu-sammenhang ist wichtig, denn wenn wir über die Ursachen nachdenken, die zu einem Burnout führen können, so können äußere und innere Einflüsse ausschlaggebend sein. Viele dieser Einflüsse produzieren Stress und das ist ganz normal, denn sowohl das Lösen von Problemen, als auch das Schaffen von Werten ist die Grundlage wirtschaftlichen Handelns und des Berufsbildes eines „Managers“. Stress ist ein normaler Ausnahmezustand unseres Körpers, aber wenn diese Ausnahme zur Regel wird, ganz gleich durch welche Motive (Motivation) – ob durch äußere Anforderungen oder durch inneren Antrieb – dann wird es gefährlich.

Was sind die Ursachen des Burnouts?
Alle Ursachen aufzuzeigen, die zu einem Burnout führen können, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Letztlich kann es jedes erdenkliche Motiv sein, das zu einer Motivation führt, die in übertriebener Weise gelebt wird. Das Wort Motivation wird generell als positiv verwendet (was es in den meisten Fällen auch ist), jedoch gibt es auch hier Schattenseiten. Sprechen wir an dieser Stelle von äußeren und inneren Motiven, die zu einem Burnout führen können. Gerade bei Menschen, die gerne etwas leisten und dazu auch fähig sind, werden die Erwartungen an sich selber immer größer. Höher, schneller, weiter sind die Maximen der heutigen Zeit. Und ebenso wenig, wie sich die Leistung im Sport unendlich steigern lässt, verhält es sich auch im Management. Zwar hat Kreativität keine Grenzen, jedoch das Gehirn, das diese Kreativität produziert.

Es ist symptomatisch für eine kranke Zeit, dass Grenzen als etwas Schlechtes empfunden werden. Sie darf es nicht geben und die Devise lautet „Sprenge deine Grenze“. Wir leben in undifferen-zierten Zeiten, denn was bei dem einen Menschen, da er noch sehr weit weg von seinen tatsächlichen Grenzen verharrt, ein sehr guter Impuls ist, kann bei einem anderen, der schon öfter über seine Grenzen hinaus gegangen ist, sehr schädlich sein. An dieser Stelle ist mehr Maß nötig und wesentlich mehr Selbstreflexion. So ist es nicht verwunderlich, dass als Lösung ein gutes Zeitmanagement angepriesen wird.

Sich selbst besser zu organisieren, um mehr leisten zu können, kann eine Lösung sein, vielleicht ist es aber auch das eigentliche Problem. Zeitmanagement ist als ein Werkzeug neutral, es kann sinnvoll gebraucht, aber auch schädlich missbraucht werden. Das Missverhältnis von Spannung und Anspannung sind das eigentliche Problem. Und hier gibt es die inneren Gründe – die eigenen Erwartungen, die persönliche Vision und die selbst gesteckten Ziele – ebenso, wie die äußeren Zwänge, in die ein Mensch gestellt wird. Vielleicht ist ein Grund von Burnout ja auch in der ebenso vielfältigen, wie undifferenzierten Erfolgsliteratur zu suchen.

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